Als ich um 11 Uhr am Treffpunkt mitten in der Londoner Innenstadt eintraf wartete Anke bereits auf mich. Wir einigten uns schnell auf „London 8“, eine unserer Standardrunden. Wir rollte uns entspannt entlang der Themse ein und fuhren grob rechts herum um den St. James Park in Richtung Buckingham Palace.

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Nach dieser Schleife waren wir warm gefahren und wollten ein paar Höhenmeter machen. Da dies mitten in London nicht ganz leicht ist, haben wir die U-Bahn genommen und sind in Richtung Box Hill aufgebrochen. Außerdem brauche ich die Höhenmeter auch für das Tron Bike. Kann ja nicht sein, dass ich das noch immer nicht habe.

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Der Box Hill war dann wie immer etwas arbeit. Auch wenn er eigentlich nicht schlimm ist, so ziehen sich die 10 Minuten hier rauf doch immer etwas. Warum da einer mit so einem komischen Dreirad rauf will ist mir auch nicht klar. Anke hatte es am Berg etwas schwerer als ich, denn ihr Trikot war schon total mit Daumen vollgestopft. Ich weiß gar nicht ob sie noch an ihre Gels gekommen ist.


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Den höchsten Punkt erreichten wir zu Sonnenaufgang. Immer wieder ein netter Anblick. In der Abfahrt konnen wir es dann richtig krachen lassen. Wir waren ja beide aerodynamisch bis an die Zähne bewaffnet.

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Nach der Abfahrt ging es mit der U-Bahn zurück in die Innenstadt und dort weiter über die Tower Bridge.

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Als wir den Ausgangspunkt erreichten, hatten wir beide noch nicht genug. Also rollten wir erneut an der Themse entlang. Samstag mittag wird es hier immer etwas voller, so dass wir eine ganze menge Begleitung hatten.

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Als wir erneut den Buckingham Palace passiert hatten, beschloss Anke wohl sich am ende der Tour noch einmal umziehen zu müssen. Sie gab kräftig gas und tauschte ihr schwarzes Trikot für die letzten Kilometer gegen ein grünes.

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Ganz am Ende der Tour gab es noch ein paar Tropfen regen, so dass ich lieber von meinem Rad gesprungen bin. Ich hatte keine Lust zu putzen. Anke ist noch ein bisschen weiter gefahren.

Am Ende waren es 32.8km und 286hm in 1:00:10.

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Die Entscheidung für eine Route war am Vortag relativ schnell gefallen. Die Wettervorhersage war bis etwa 11 Uhr ziemlich durchwachsen. Ab dann sollte es zwar trocken sein, aber von blauem Himmel war keine Rede. Da wir nicht noch einen „Eingewöhnungstag“ machen wollten, wählen wir die Strecke anhand des höchsten Punktes aus. Je höher die Pässe umso mehr Zeit verbringen wir ggf. in den Wolken. Wir entscheiden uns für die Runde durch die Uina Schlucht nach Scoul und durch das S-Charl Tal zurück. Wir hatten so zwei Pässe mit jeweils „nur“ ca 2300m.

Als wir am Morgen aus dem Fenster sahen, war die Sicht tatsächlich noch schlechter als am Tag zuvor. Nicht mal der Kirchturm auf der anderen Straßenseite war zu sehen und es regnete recht kräftig. Wir ließen uns also Zeit mit dem vorbereiten der Tour und fuhren mit dem Auto gegen 10:15 los zum Startpunkt. Nach etwas suchen fanden wir direkt an der Strasse in Mals einen Parkplatz. Beim aussteigen aus dem Auto hat es gerade aufgehört zu regnen. Um kurz nach 11 Uhr starteten wir auf einen kleinen Strasse hinauf nach Lutaschg.

Da das einzige lange Trikot leider noch nass war, musste ich mit Windweste und kurzem Trikot starten. Bereits nach 10 Minuten war ich froh, dass ich nicht mehr an hatte. Bei der hohen Luftfeutigkeit und fast 18 Grad dauert es nicht lange bis die Klamotten nass waren.. Weste und Armlinge hatte ich schon lange im Rucksack verstaut.

Schotterstrasse Lutaschg

Gleichmässig den Berg hinauf

Die Strasse zog sich gleichmäßig steil den Berg hinauf. Wir wechselten irgendwann auf eine Schotterstrasse bis wir Lutaschg erreichten. Bis hierhin hatten wir noch niemanden getroffen. Wenn wir den Berg hinaus sahen konnten wir immer nur eine große Nebelwand sehen. Es war nur eine frage der Zeit bis wir komplett in die Wolken kamen. Auch im Ort war kaum betrieb. Kurz hinter dem Ort trafen wir zum ersten mal auf eine Gruppe von Wanderern die gerade im Nebel umgedreht hatten.

Ich hatte eine grobe Vorstellung von der Strecke. Durch den dichten Nebel und der geringen Sichtweite, konnte ich aber nicht viel von dem sehen was sich um uns herum tat. Als der Weg immer Steiler wurde, war mit klar dass gleich das Schiebestück kommt. Ich wusste dass der Weg so steil wird, dass man nicht mehr fahren kann. Wir hatten ein zügiges Tempo drauf, so dass uns auch beim Schieben nicht kalt wurde. Etwas später hörte ich den Wasserfall links von uns. Ich wusste von hier ist es nicht mehr weit bis zum Pass. Sehen konnten wir diesen aber leider nicht.

Schiebepassagen Uina Schlucht

Da links muss irgendwo der Wasserfall sein

Erst kurz vor der Passhöhe begegneten uns die ersten Mountainbiker. Wir waren entgegengesetzt zur üblichen Transalp Richtung unterwegs. Die meisten Mountainbiker waren hier in den Weste-Ost Richtung unterwegs. Als wir im dichten Nebel an der Hütte vorbei fuhren konnte ich etwa 10 Mountainbikes an der Hütte sehen. Sie alle werden heute Morgen in der Schweiz aufgebrochen sein um durch die Uina Schlucht ins Vinschgau zu fahren. Ein Fahrer der uns entgegen kam erzählte dass in der Schweiz gutes Wetter ist und es nicht mehr weit sei bis wir aus den Wolken heraus kommen.

Der Weg führte erst relativ eben weiter. Es war ein Pfad durch Wiesen der hier und da mit Steinen gespickt war. Nie Steil und gut zu fahren. Es bremsten einen eher die großen Pfützen als die technischen Anforderungen. Erst als wir merkten dass es nun deutlicher den Berg runter ging, zogen wir uns die Jacken über. Bis hierher war es trotz 10 Grad kein Problem in Kurz/Kurz zu fahren. Ein gleichmäßiges Tempo ohne Pausen stellte sicher, dass es nie kalt wurde.

Neblich und nass aber fahrbar

Neblich und nass aber fahrbar

Ein bisschen Brücken posen

Ein bisschen Brücken posen

Auch wenn der Nebel noch nicht verschwunden war, so wurde die Sicht relativ schnell besser. Als wir über eine große etwas flachere Wiese fuhren, wurde es hinter dem Nebel immer dunkler. Wir erreichten hier den Eingang zur Uina Schlucht. Links und rechts die hohen Felsen und dazwischen die schmale Schlucht mit seinem bekannten Pfad in der Wand.

Einfahrt in die Unia Schlucht

Einfahrt in die Unia Schlucht

In der Schlucht selbst muss man das Mountainbike schieben. Ein schmaler Pfad der teilweise stark ausgesetzt in den Fels geschlagen wurde zieht sich hier durch die Schlucht. Ein wirklich beeindruckender Weg. Ich bin froh das wir in dieser Richtung hier durchgefahren/geschoben haben. Wir hatten einen freien Blick in das Tal und die Mountainbiker die uns entgegen kamen mussten bergauf doch deutlich mehr arbeiten. Auch war die Zufahrt zur Schlucht sehr schön zu fahren, während auf der anderen Seite nur eine Steile Schotterstrasse als Abfahrt wartet.

Ab hier wird geschoben

Ab hier wird geschoben

Ist vielleicht auch besser mit dem Schieben.

Ist vielleicht auch besser mit dem Schieben.

Deutlich bessere Sicht als auf der anderen Seite

Deutlich bessere Sicht als auf der anderen Seite

Etwas flow am Ausgang der Schlucht

Etwas flow am Ausgang der Schlucht

Nachdem wir die Schlucht verlassen hatten, ging es erst auf einem Trail im Hang weiter bis dieser dann in eine Schotterstrasse überging und hinunter nach Sur En in der Schweiß führte. Wir stoppten kurz um die Wasserflaschen aufzufüllen bevor wir uns auf dem Radweg in Richtung Scoul auf den Weg machten.

In Scoul bogen wir ab ins S-Charl Tal. Ich bin hier schon zwei mal mit der Transalp Challenge gewesen und auch Dirk kannte die Strecke schon. Wir konnten uns so Transalp Challenge Anekdoten erzählen und uns dabei auf der nicht zu steilen Strasse das Tal hinauf arbeiten. Bei der Transalp Challenge waren wir damals bis über den Pass da Costainas gefahren. Ich hatte mich entscheiden über das S-Charl Joch zu fahren und von dort hinunter nach Taufers. Über den Costainas zu fahren hätte die Runde noch einmal länger gemacht. Der Unterschied beim abbiegen zum S-Charl Joch hätte nicht größer sein können. Waren wir erst noch auf einer Schotterstrasse die sich angenehm gleichmäßig fahren ließ, so waren wir jetzt plötzlich im ersten Gang unterwegs und bekamen die Kurbel kaum noch rum. Ich wusste dass uns einige Schiebepassagen erwarten, aber gerade nach einem schon recht langen Tag wurde es jetzt ganz schön zäh.

Gerade noch entspannt und flach, nun im ersten Gang

Gerade noch entspannt und flach, nun im ersten Gang

Jetzt reicht auch kein erster Gang mehr.

Jetzt reicht auch kein erster Gang mehr.

Unwirklich Ruhe, wir haben den Berg für uns allein.

Unwirklich Ruhe, wir haben den Berg für uns allein.

Bei dem Licht scheint das Moos auf den Steinen zu leuchten.

Bei dem Licht scheint das Moos auf den Steinen zu leuchten.

Auf der Abfahrt finden wir den Nebel wieder.

Auf der Abfahrt finden wir den Nebel wieder.

Wir waren vollkommen alleine auf dem Wanderweg unterwegs. Mal schoben wir, mal konnten wir etwas fahren und manchmal suchten wir einfach nur nach einer Wegmarkierung. Der Himmel war noch immer grau bedeckt, es war hier vollkommen Windstill und die Landschaft wurde in ein dämmriges Licht getaucht. Gegen 17 Uhr erreichten wir die Passhöhe. Wir mussten von hier noch einmal ca 100hm nach unten Tragen bevor wir erst über eine Wiese und dann auf einer Schotterstrasse zügig den Berg hinunter nach Taufers und von hier auf dem Radweg zurück zum Auto fahren konnten. Um 18:30 nach 7:15h (und 6:45 Fahrzeit, für Pause war keine Zeit), 74km und 2900hm erreichten wir das Auto.

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Releativ spontan fand sich ein Teil der 2. kivelo Generation (Zitat Paul) ein um an einem lauen Septemberabend eine Runde um den Westensee zu drehen.

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