Die CTF in Neumünster war erst die zweite, die ich in dieser Saison gefahren bin. Die Ratzeburg-CTF liegt allerdings schon recht lange zurück. Meine Abstinenz bei den anderen Veranstaltungen liegt hauptsächlich daran, dass ich in diesem Jahr verstärkt längere Einheiten fahren will und muss, da Felix und ich uns für die transalp-challenge gemeldet haben. Von daher wird am Wochenende eher länger trainiert. In Neumünster kam uns da natürlich die lange Strecke mit ihren 75km entgegen.
Schön früh trudelten Jens, Felix und ich in NMS ein und hatten genug Zeit, um uns in Ruhe umzuziehen und die Räder zu checken. Mein „Kinderrad“ hatten wir mal wieder im Kofferraum transportiert und die „Erwachsenen-Sportgeräte“ mussten auf dem Autodach frieren.
In der Startaufstellung war ich schon etwas überrascht, dass sich nur ein kleineres Grüppchen auf die lange Distanz machen wollte. Vom letzten Jahr hatte ich noch ein ganz anderes Bild im Kopf. Ich kann mich teilweise an 20-30 Starter erinnern, die in der ersten Gruppe fahren wollten. Sei’s drum.
Es ging los: Arndt gab Gas und Felix und ich sicherten uns die vorderen Positionen. Mit dabei war Jörn auf seinem „schnellen“ Rotwild, die drei „Kattenberger Recken“ Frank, Siggi und Jochen und noch zwei bis drei weitere Fahrer, welche ich nicht mehr auf der Rechnung habe, sorry!
Die ersten Kilometer blieben wir zusammen und machten nach Arndts Vorbild richtig Druck. Die Strecke tat natürlich ihr übriges zu dieser Tempohatz und irgendwann trennten sich ein paar Fahrer von unsrer Gruppe, als der Boden mal wieder zäh wie Kaugummi an unseren Reifen zerrte. Auch Jörn erwischte es leider, er wartete dann zusammen mit einem anderen Fahrer auf die nächste 75er-Gruppe und fuhr dort weiter.
Bis zur Verpflegung hielt das Tempo weiter an. Die Gruppen bestand nun aus sechs Fahrern: Arndt (der Guide), Frank, Siggi, Jochen, Felix und mir. Besonders die leckeren Bonbons an der Verpflegung hatten es mir angetan, ich packte mir noch zwei/drei Stück in die Taschen und dann ging es auch schon weiter.
Der folgende Streckenteil stellte wirklich ein Highlight dar. Wenn ich recht informiert bin, ging es durch die Gegend bei Aukrug. Ich hatte schon fast Westensee-Feeling: kurze, knackige Anstiege, schnelle Abfahrten (besonders die vom Boxberg!) und die sehr schöne, heideähnliche Landschaft zauberten mir mal wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht. Ich kann schon verstehen, dass Jochen hier einen kleinen Durchhänger hatte, an manchen Stellen konnte man das Laktat schon ganz gut in den Beinchen spüren. Die zweite Verpflegung kam leider viel zu früh, wusste ich doch, dass die Strecke danach nicht mehr ganz so anspruchsvoll sein würde. Auch hier gab es wieder die leckeren Bonscher…
Der Rückweg zerrte teilweise aber auch ganz schön an den Kräften, vor allem die Kaugummi-Abschnitte verlangten nach ordentlicher Beinkraft. Auf einem Straßenstück wollte, so dachte ich, Arndt es noch mal wissen: Er hatte einen Triathlonaufsatz an seinem Rad montiert (welcher den ein oder anderen Spruch auf sich zog) und benutzte diesen nun. Noch dazu schaltete er auf das große Kettenblatt. Mein Finger wanderte instinktiv zum Schalthebel, aber das Tempo änderte sich dann doch nicht.
An den Reitweg konnte ich mich noch gut vom Vorjahr erinnern und bettelte schon Kilometer davor ihn doch bitte zu fahren und so kam es dann auch -> Dankeschön!
Jetzt wollten alle Beteiligten nur noch nach Hause. In Zweierreihe ging es zurück in Richtung NMS. Für eine Showeinlage sorgte Arndt dann doch noch. Anscheinend hatte er keine Lust sein Rad mit dem Schlauch zu waschen, so fuhr er einfach durch einen 7m breiten Fluss, den wir anderen trockenen Rades mit Hilfe einer Brücke überquerten. Keine Ahnung wie lange mein Mund danach offen stand…
Die letzte lange Gerade lag nun vor uns und Felix und ich waren anscheinend noch nicht ganz ausgelastet, so fuhren wir noch einen Sprint aus. Felix wollte halt mal wissen wie gut ich denn nun wirklich drauf bin. Nach 500m war es bei mir vorbei…
Nach der Ankunft wurde noch schnell das Rad gewaschen, geduscht und eine Suppe, sowie zwei Stücke Kuchen verdrückt.
Chr!z
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