An diesem Sonntag stand für mich der erste Marathon des Jahres an. Wie gewohnt reisten wir am Vortag an. Übernachtet haben wir bei Thorsten einem bekannten von den Transalp teilnahmen. In der Woche vor dem Marathon stellte sich heraus das meine Ronin „nicht ganz dich“ ist, die Negativkammer ist leider undicht, so das die Gabel zu hart ausfederte. Hart war dann auch die richtige Bezeichnung für den Marathon, ich startete mit einer Alu Starrgabel.

Es war schon interessant wie viele bekannte Gesichter sich beim Kellerwald Marathon trafen, der Kellerwald Marathon ist der MTB Marathon Saisoneinstieg, bei dem jeder sehen will was die Winter Kilometer gebracht haben.

Die Strecke bestand aus einer 40 km Runde mit je gut 1000hm, die Runde sollte 3 mal gefahren werden.

Kurz nach 9 Uhr ging es dann bei recht kühlen Temperaturen auf die Einführungsrunde. Der Sinn dieser Runde wurde mir aber nicht klar. Eigentlich sollte die Runde wohl das Feld „Sortieren“ aber nach wenigen Metern ging es schon auf einen Feldweg, auf dem Überholen nicht mehr möglich war, auch war das Tempo nicht hoch genug, damit die schnellen Fahrer vor fahren können. Nach etwa 4 km ging es dann erneut über die Ziellinie, und der Marathon war mit einem fliegenden Start eröffnet.
Erst ging es über breitete Strasse, aber schnell erreichten wir den ersten Wald. Ich konnte mich am ersten Ansteige zügig nach vorne arbeiten, und fuhr einen recht schnellen Rhythmus.

In den langen Anstiegen kam ich mit der Starrgabel recht gut zurecht, die schnellen Abfahrten waren auch in Ordnung, auch wenn man merkte das die Gabel etwas weich war. Allerdings hab es auch weniger schöne Abfahrten, einige sehr Steinige und wurzselige Abfahrten machten mir das leben sehr schwer, nach und nach konnte man sich mehr an das gerüttelt gewöhnen. In der ersten Abfahrt hatte ich aber das Gefühl mir würde das Gebiss wegfliegen.

Nachdem ich die erste Runde hinter mich gebracht hatte, offenbarte mir mein Pulsmesser nichts gutes. Bei einem 184 Durschnittspuls war klar das ich das Tempo nicht bis zu Ende fahren kann. Auch zeigte sich das ich auf der ersten Runde etwas wenig gegessen und getrunken habe (man könnte denken ich fahre meinen ersten Marathon). Ich schaltete also einen ganz zurück, und versuchte einen besseren Rhythmus zu finden.

Ich fuhr jetzt in einer Gruppe von 3 Mitteldistanz Fahrern und einem Langstreckler. Auf dieser Runde merkte ich dann ganz deutlich das Tempo der ersten Runde, ich musste ganz schön beißen um nicht ins trödeln zu geraten. Gegen ende der Runde erholte ich mich aber langsam. Ich konnte das Tempo wieder etwas anziehen, und ging zuversichtlich in die letzte Runde. Ich konnte mich nun stück für Stück wieder an andere Fahrer heran arbeiten, verlor aber in den technischen Abfahrten immer wieder einige Meter. So konnte ich auf der letzten Runde ein paar Fahrer überholen. In dem letzten sehr Steilen Anstieg fuhr dann ein Holländer mit einem irre Tempo zu mir auf. Als er merkte das ich ihm in dem Anstieg hinterherfuhr nahm er das Tempo raus, wir fuhren also jetzt zusammen weiter.
In der nächsten technischen Abfahrt waren die Verhältnisse dann sehr ungerecht. So saß er auf einem RC10 und ich auf einem Starrbike. Ich zog kurz vor dem Trial das tempo an und konnte als erster in die Abfahrt gehen. Zu meiner Verwunderung hatte ich unten raus einige Meter auf ihn gewonnen. Ich zog nun das Tempo durch im ganz von ihm weg zu kommen. Die letzten Meter waren dann sehr flach und ich konnte ihm auf dem Flachstück noch einige Meter abnehmen. Nach 5:34 waren dann die 120 km geschafft, ich hab noch mehrere Tage die Abfahrten in meinen Armen gespürt. Es wird Zeit das ich meine Gabel wieder bekomme.

Es rechte am ende für Platz 14 in der Herrenwertung und Platz 25 in der Gesamtwertung.

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