Am Samstag den 29.04. war es mal wieder soweit, die Deutschen Hochschulmeisterschaften MTB standen an. Diesmal war die Uni Lüneburg der Ausrichter, was uns natürlich sehr gelegen kam, da die Anfahrt sich recht entspannt gestaltete. „Wir“, das sind in diesem Fall Anke, Felix und ich. Als Betreuerin konnte ich meine Anni gewinnen, Dankeschön!

Da wir erst um 16:30 Uhr starten sollten, konnten wir schön ausschlafen und erst gegen Mittag losdüsen. Felix und Ankes Räder kamen auf das Dach und mein Kinderrad fand locker Platz im Kofferraum. Knapp 1,5 Std. später war das Ziel erreicht und wir checkten in der Jugendherberge ein, welche in unmittelbarer Nähe zum Campus lag. Sehr cool!

Auf dem Campus ging es schon mächtig zur Sache, denn die Vorläufe der Hobbyfahrer waren in vollem Gange. Wir meldeten uns jedoch zunächst an der Anmeldung, um die Startunterlagen zu ergattern.

Die Strecke war nicht gerade sehr flüssig zu fahren. Mehrere Treppen und die Durchquerung des Beachvolleyballfeldes zwangen zum Anbremsen und Beschleunigen. Unsere Laune sank weiter, als es zwischendurch immer mal kurz tröpfelte.

Ich war als Erster dran. Mein Vorlauf fand um 16:30 Uhr statt. Zusammen mit 20 weiteren Starten rollte ich in die Startaufstellung und wartete, bis mein Name aufgerufen wurde. Wie so oft, stand ich nach der Auslosung ganz hinten und bereitete mich auf eine aussichtslose Aufholjagd vor. Mit in meiner Startgruppe waren einige A-Fahrer, die den Sieg später unter sich ausmachen sollten. Es ging also los. Die erste Runde wurde als Einführungsrunde gezählt. In den nachfolgenden Runden wurden immer die letzten Fahrer aus dem Rennen genommen, bis nach 12 Runden der Sieger feststand. Die ersten 4 Fahrer kamen dann direkt in den Finallauf, die Plätze 5-10 durften erneut im Hoffnungslauf ihr Glück versuchen, in welchem ebenfalls die ersten 4 Fahrer in das finale kamen. Für mich war allerdings nach drei Runden im Vorlauf Schluss. Irgendwie klappte das Gehetze rund um den Campus bei mir gar nicht.

Der Vorlauf von Felix fand direkt im Anschluss an mein Rennen statt. Auch in seiner Startgruppe waren einige richtig gute A-Fahrer, darunter auch Rene Birkenfeld, welcher bei der DM-Cross Fünfter werden konnte. Bei Felix lief es etwas besser als bei mir, er konnte sich über 6 Runden halten und schied dann als unglücklicher 11. aus. Nur einen Platz am Hoffnungslauf vorbei, Schade. Wahrscheinlich war es aber besser, nicht als zehnter in den Hoffnungslauf zu müssen, denn dann wären die Chancen auch nicht besser gewesen. So konnten wir unsere Kräfte für den nächsten Tag sparen.

Anke durfte länger mitfahren, bei ihr gab es nur den Finallauf, denn es waren nur 8 Damen gemeldet. Sie fuhr nach dem Start auf dem vierten Rang kurz hinter einer Mitstreiterin und konnte jede Runde ein wenig Zeit rausholen, bis sie sich schließlich auf den dritten Platz vorarbeitete. Glückwunsch!

Nach dem Umziehen sahen wir uns dann noch die Finalläufe an und dann ging es ab zur Pasta-Party. Lecker!

In einer nahe gelegenen Disco wurde dann noch die Siegerehrung durchgeführt. Eigentlich ein ganz schönes Trauerspiel, kaum Zuschauer und keine Urkunden oder sonst etwas, noch nicht einmal Blumen für die Damen. Auch die Stimmung wollte nicht besser werden, also zogen wir unser Bett in der Jugendherberge vor.

Am Sonntag wurde dann erstmal ausgiebig gefrühstückt. Nachdem wir einige schreiende Kinder vom Buffet weggeboxt hatten, ging das auch ganz gut.

Das Auto wurde erneut vollgeladen und wir fuhren in ein nahe gelegenes Waldstück, in welchem das Cross-Country-Rennen stattfinden sollte. Auch das Wetter hatte ein Einsehen und wurde zusehends besser. Der Veranstalter hatte einen sehr anspruchsvollen Kurs aus dem Boden der Heide gestampft. Ca. 90 hm und 3,8 km pro Runde galt es zu befahren, wobei die Anstiege teilweise nur laufend bewältigt werden konnten.

Der Start erfolgte auf einem Stück asphaltiertem Weg. Gleich darauf ging es in den Wald und auch gleich die ersten Höhenmeter bergauf. Der Anstieg hatte es in sich, zwar konnte man dort das große Kettenblatt in den ersten Runden stehen lassen, später musste ich dann das mittlere benutzen. Einige schöne Trails und Abfahrten wechselten sich dann immer wieder mit kurzen fiesen Anstiegen ab, bis im zweiten Teil der Runde auch wieder breitere Wege die Geschwindigkeit nach oben steigen ließen.

Anke war zuerst dran und musste fünf Runden bewältigen. Schon gleich nach dem Start war die Reihenfolge geklärt und sollte sich auch bis zum ende nicht mehr ändern. Anke fuhr auf den dritten Rang und konnte damit das Ergebnis von Samstag bestätigen. Einen Herzlichen Glückwunsch hierfür!

Nun ging es auch für Felix und mich los. Wir sollten 10 Runden fahren. Die Startaufstellung leitete sich direkt aus dem Ergebnis vom vorigen Tag ab. Folglich stand Felix also etwas weiter vorne als ich. Etwa 45 Starter gingen mit uns zusammen auf die Strecke. Eigentlich wollte ich es zunächst etwas ruhig angehen lassen und gleichmäßig fahren, aber es ging gleich mächtig zur Sache. Vorne setzten sich sofort die Topfahrer etwas ab und wir versuchten alles, um den Abstand nicht allzu groß werden zu lassen. Felix war für mich auch schnell außer Sichtweite, bei ihm lief es an diesem Tag einfach und auch ich fühlte mich sehr gut. Nach drei runden sah ich Felix dann am Rand stehen, er hatte ein technisches Problem: Der Kettenfangstift von seinem großen Kettenblatt hatte sich gelöst und war zwischen die Kettenblätter gefallen. Hier klapperte das Ding nun fröhlich rum. Nach ein wenig Schütteln und Klopfen wurde der Stift dann im Waldboden versenkt und Felix startete die Aufholjagd. Schon zwei Anstiege später flog er an mir vorbei. Ich setzte mich in seinen Windschatten und fuhr den zweiten Teil der Runde hinter ihm her. Irgendwann musste ich dann aber wieder etwas Tempo rausnehmen, um nicht zu überziehen.

Am Ende landete Felix auf dem 20. und ich auf dem 24. Rang. Ein Ergebnis mit dem wir beide zufrieden waren, obwohl ich mir etwas mehr erhofft hatte. Der Übermacht der A-Fahrer konnten wir aber nichts entgegensetzen.

Nach der Siegerehrung ging es dann für aus wieder zurück in die Heimat, jedoch nicht ohne den obligatorischen Stopp bei einer großen Hamburger-Bratstube.

Chr!z

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