Die Wettervorhersage sah eigentlich in diesem Jahr sehr gut aus und, um es vorweg zu nehmen, es blieb zumindest von oben trocken. Die letzten beiden Jahre waren einfach nur eine große Sauerei, so waren wir froh über ein wenig Trockenheit.

Am frühen Samstagmorgen beluden wir den schwarzen Galaxie-Gleiter und schalteten den Warp-Antrieb an. Gegen Mittag konnten wir dann die kleine gebuchte Raumstation erreichen und machten schnell unsere Ein-Mann-Gleiter fertig, um die kleine 50 km Runde abzusurfen.

Die Temperaturen stiegen etwas an und so wurde es eine recht schnelle Erkundung, ich hoffte nur, dass dadurch keine Folgeerscheinungen am nächsten Tag auftreten würden.

Die Cyberdusche wusch uns schön sauber und wieder bestiegen wir den Galaxie, um unsere Starunterlagen abzuholen und die Pastapartygutscheine einzulösen. Die Pasta war dann auch „von einem anderen Stern“, allerdings in negativer Hinsicht. Dazu gab es ein leckeres grünes Klingonen-Bier. Nach ein wenig Antriebspflege für die Ein-Mann-Gleiter legten wir und in die vorbereiteten Schlafboxen.

Frühstück gab es am nächsten morgen bereits um 6:00 Uhr und danach machten wir uns gleich auf zur Startaufstellung. Unsere Mission begann pünktlich um 7:30 Uhr. nach ein wenig Startgerangel zog sich das Feld schön auseinander und Felix und ich flogen im Formationsflug den langen Asphaltanstieg hinauf. Auch der fiese erste Hügel der Strecke konnte uns nicht trennen und das Paarzeitfahren wurde weiter durchgezogen. Es lief richtig gut für uns, die Beinchen waren locker und das Tempo genau richtig. Trotzdem mussten wir uns nach ca. 10 km trennen. Felix hatte in einer Schotterabfahrt Bekanntschaft mit dem wohl größten Stein dieses Sonnensystems gemacht und sein Hinterreifen hatte dadurch einen 3 cm langen Riss erlitten. Während er den Reifen von innen flickte und alles wieder in Ordnung brachte ergriff ich die Initiative und trat die Flucht nach vorne an. Sehr gleichmäßig spulte ich Kilometer um Kilometer ab, immer mit der Erwartung, dass Felix nun bald auf mich auffahren würde. Was ich nicht wusste, war dass er fast eine viertel Stunde mit der Schadensregulierung beschäftigt war. Als ich den Reifen am Ende im Ziel sah klappte mir fast die Kinnlade herunter, ich wäre wahrscheinlich nicht noch 110 km damit gefahren.

Die kleine Runde hatte ich nach 2:13 Std hinter mit und begab mich auf den zweiten Abschnitt, der es mit der Befahrung von Ettelsberg und Langenberg richtig in sich hatte. Mit Puls 183 nahm ich die Anstiege jedoch souverän und war auch nicht langsamer als die Fahrer um mich herum. Die Verpflegung klappte problemlos. Nach meiner Pleite von Altenau war ich vorgewarnt und verdrückte meine 8 Gels sehr gleichmäßig. Zwischendurch gab es noch ein halbe Banane und einen Powerbar.

Bei km 80 war die nächste Verpflegung, an welcher ich meine Flaschen auffüllen lies. Gerade als ich wieder los wollte kam Felix von hinten an. Die nächsten 400 Meter fuhren wir dann gemeinsam und er berichtete von seinem Defekt. Schnell merkte ich, dass er schneller ist als ich und ließ ihn fahren, um nicht zu überziehen. Die zweite Schleife war dann nach 4:30 Std geschafft und nun ging es auf den letzten 25 km langen Abschnitt. Hier traf ich dann Birgit Demel vom Ghost-Team und wir fuhren gemeinsam weiter. Bergan waren wir in etwa gleich stark, bergab und auf den Geraden musste ich mich aber ganz schön anstrengen, um nicht bei ihr aus dem Windschatten zu fliegen. Sie wurde dann Zeitgleich mit mir zweite in der Frauenwertung, Respekt!

Das Ziel erreichte ich nach 5:52:45 Std und war damit nur 7:30 Minuten langsamer als Felix. Ohne Platten wären es sicherlich 20 Minuten gewesen.

Felix belegte Platz 25 und ich Platz 30 in einer wirklich starken Herrenkonkurrenz, zu der auch Bart Brentjens und Karl Platt gehörten.

Im letzten Jahr fuhr Felix im Schlamm auf den 35. Platz in etwas mehr als 7 Std.

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