Am 20.05. konnte ich endlich eine alte Rechung begleichen.

Pünktlich eine Stunde vor dem Start traf ich in Oeversee ein, machte das CR1 startklar, schüttelte ein paar Hände, ließ mich von mir Unbekannten mit Vornamen anreden (hier habe ich echten Nachholbedarf, also nicht wundern, wenn ich demnächst jeden nach seinem Namen fragen werde) und stellte mich schließlich recht weit nach vorn an die Startlinie.

Als es los ging, ging es dann auch wirklich los. Zusammen mit meinem Flügelmann Thomas L. rauschte ich mit der Spitzengruppe dieses Marathons auf die Strecke. Vorn mit dabei waren die üblichen Gestalten in Trikots vom ABC Wesseln, aus Preetz, von der RG Uni Hamburg und auch drei unbekannte Mannen in Trondheim-Oslo Trikots samt Vornamen auf der Radhose. Diese Kerle ließen es mächtig krachen und nach kurzer Zeit waren wir an der ersten Verpflegung bei Km 25. In aller Eile bekam man hier seinen Kontrollstempel und dann ging die Post wieder ab.

Jetzt entdeckte ich mit Peter P. und Matthias G. auch zwei weitere Nortorfer in der Gruppe. Das Tempo wurde bis Km 42 etwas ruhiger. Nach einer Autobahnbrücke kam dann die Kopfsteinpflasterpassage und es wurde spannend. Das Tempo schoss auf über 40 km/h und der Kollege aus Preetz machte die Pace. Direkt dahinter bügelte ich über den Asphalt und die Horde folgte. Wahrscheinlich war diese Ecke wohl mit die selektivste Phase während der Veranstaltung. Die Gruppe dünnte folglich weiter aus und das Tempo stieg weiter. Unglaublich aber wahr, es setzten sich 2 Fahrer bei Tempo 45 nach vorn hin ab. Ich war während dieses Ereignisses mehr mit dem Luftholen als allem anderen befast. Die Verfolgung wollte auch niemand anders aufnehmen.

Bei Kilometer 61 kam die 2. Kontrolle und die Ausreißer wurden gestellt. 10 Mann schlossen sich ihnen an und verschwanden rasch. Nun war ich wohl in der zweiten Gruppe, was nicht weiter störte. Der Tacho zeigte unglaubliche 37 Komma irgendwas im Stundenmittel an. Man beschloss nun etwas ruhiger zu fahren, was bedingt auch gelang. Die Strecke wurde nun deutlich hügeliger und so fiel das Tempo eh etwas.

Kilometer 86 brachte die nächste Kontrolle in Langbalingau. Wenig später folgte mein persönlicher Ort des Schreckens. Die Rede ist vom Anstieg nach Westerholz hoch. In den letzten beiden Jahren hatte ich dort mächtig Körner lassen müssen. Beide Male war das 3. Kettenblatt mein zweifelhafter Verbündeter gewesen und eine gute Figur habe ich bestimmt nicht abgegeben. Die halbe Nacht hatte ich schon an den blöden Hügel gedacht und mir so meine Gedanken gemacht. Doch der Hügel war 2007 wohl deutlich flacher als sonst. Das dritte Blatt blieb ungenutzt und da wo es hingehört. Nicht an mein Plastik-Rad! Es lief für mich also ganz gut und so was baut ja auch auf.

Bei Km 116 an der nächsten Kontrolle saß noch ein Fahrer aus der Führungsgruppe und machte sich über die Warmverpflegung her. Ein Service auf den ich durchaus hätte verzichten können. Wahrscheinlich gehört diese Speisung aber zum richtigen NC-Feeling.

Die Strecke führte uns im weiteren nach Lindaunis an die Schlei. Der Wind wurde ein bisschen stärker und die Gruppe leider auch ein wenig schwächer. Allerdings kamen wir noch immer flott voran und blieben auch zusammen, wie es abgesprochen war. Einen üblen Anstieg kurz vor dem Ziel hatte der Veranstalter aus dem Programm genommen. Leider war uns so auch ein finaler Sprit um das Ortsschild verwährt geblieben. Ich hatte mich doch schon so gefreut und auch Thomas wirkte kurz vor Oeversee verdächtig hellwach. Aber es gab keine Möglichkeit zum Sprinten, da uns eine Unterführung jede Möglichkeit zum Sprint nahm.

Zufrieden mit einem Schnitt von 34,02 km/h kamen wir ins Ziel. 6 Stunden und 7 Minuten hatten wir netto für die Strecke gebraucht. In den folgenden Tagen quälte mich die Frage, wie man 7 Minuten und eine Sekunde hätte sparten können. Irre, wenn ich so bedenke, dass ich letztes Jahr „sub 7 Hours“ auf meine Fahne geschrieben hatte.

Jens

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