VORSPIEL:

Das Vorspiel zum diesjährigen Radmarathon des RSV Husum hatte seinen gewissen Reiz. Mein  Start war klar, schließlich gehört dieser Nordcup zu meinen Favoriten, aber welches Material sollte mit nach Husum? Seit kurzem bin ich auf dem Schlauchreifentrip, aber ist es schlau einen Marathon (hier 210 Kilometer ohne Materialwagen) auf Schlauchreifen zu fahren? Was ist bei einer Panne? Dauert es Lichtjahre bis der Reifen neu geklebt ist? Fragen über Fragen. Und Fragen über Fragen folgten Überlegungen  über Überlegungen. Schließlich ist die Entscheidung pro Schlauchreifen gefallen. Aus einem Satz alter DT Hügi 240 Naben und schicken neuen Ambrosio Felgen wurde flux ein Laufradsatz mit flachem Profil zusammen gesteckt. Und alles war gut? Nicht ganz, denn das Hinterrad machte unglaubliche Geräusche. 3 mal haben wir die Speichenspannung erhöhen müssen, damit Ruhe einkehrte. Da ich nach der dritten Überarbeitung keine Zeit fand den LRS vor dem Marathon zu testen, ging es mir nicht unbedingt  besser. Sollte ich wirklich diesen LRS samt der altertümlichen Reifen fahren? Zwei Tage vor dem Start trafen die Conti Sprinter Gaterskin Schlauchreifen bei unserem Sponsor bike orange ein und ich war mutig. Das Scott Alurad wurde mit dem LRS und den neuen pannensicheren Schlauchreifen bestückt. Eine Probefahrt gab es nicht! Nerven auch nicht mehr! So sind sie halt, die Leiden eines Materialfreaks!

DER AKT:

Gutes Wetter in Husum und verhältnismäßig wenig Wind waren die guten Vorboten des Marathons. Warum diese Veranstaltung immer so wenig Starter hat verstehe ich nicht. Die Orga ist, wie in den letzten Jahren auch, in diesem erneut Jahr super gewesen. Die flache Strecke ist auch super und diesmal gab es auch kaum Wind (für Husumer Verhältnisse). Gefahren bin ich erneut im Pulk aus Nortorf und alles war gut. Leider hatten wir einen kleinen Sturz, aber auch da ging alles gut. Die Führungsarbeit wurde brüderlich geteilt und so kamen wir mit einem 29ziger Schnitt über den Kurs. Bei zwei etwas windigeren Passagen bin ich die Führung gefahren und konnte ein paar Körner verschießen und Glückshormone ausschütten, denn es lief richtig gut. Ich glaube, so langsam komme ich wieder in Form. Wäre doch schön! Im Ziel war ich jedenfalls sehr zufrieden und die Bratwurst schmeckte.

Die Laufräder waren auch ruhig und die Schlauchreifen hielten dicht. Warum weiß ich nicht, aber die Dinger rollen schon irgendwie besser ab als Drahtreifen. Das gilt für die Conti Sprinter und auch für die Conti Competition, die ich zuvor auf einem ultraleichten Carbonlaufradsatz gefahren bin. Ob dieser Satz zum Marathoneinsatz kommt wird sich noch zeigen müssen. Meinen Vereinskollegen habe ich lieber nichts von dem Versuch erzählt. Bei einer Panne hätte es halt etwas länger dauern können. Allerdings hatte ich Dichtmittel in den Reifen, sowie 2 Dosen Dichtschaum und einen neuen Reifen im Trikot. Aber es ging ja alles gut.

DAS NACHSPIEL:

Das Nachspiel erfolgte im Auto und war schon die halbe Regeneration. D.h.: Sitzheizung auf 110%, Tempomat auf lässiges Cruisen gestellt und Depeche Mode auf volle Lautstärke! Sehr schön!

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