Archiv für September 2005

An diesem Sonntag stand die deutsche Hochulmeisterschaft im Marathon an, ausgetragen wurde dies im Rahmen des Welde-Odenwald-Marathons. Gemeinsam mit Anke, und Chriz reiste ich am Vortag an. Nach einer endlosen Fahrt mit diversen Staus erreichten wir pünktlich zur Nudelparty den Startort. Nachdem wir ein paar Nudel gemampft habe, ging es in die Jugendherberge im Nachbarort.

Am nächsten Morgen trafen wir etwa 40 Minuten vor dem Start in dem Ort ein. Es waren nur knapp 10 Grad, so das die Entscheidung für die Kleidung sehr schwer viel. Ich endschloß mich trotzdem für die kurzen Klamotten, und zog mir zu beginn Armlinge und Weste über. Etwa 20 Minuten vor dem Start ging es in den Startblock. Hier begegnete ich einem weiteren bekanntes Gesicht. Torsten kannte ich schon von beiden Transalpteilnahmen, und auch noch von anderen Marathons. Ich wußte das er ein ähnliches Tempo fahren konnte wie ich, und so beschlossen wir den Marathon gemeinsam anzugehen. Die Strecke war 88 km lang und hatte etwa 2500hm. Dabei mußten 3 Runden zu 29 km bewältigt werden.

Mit etwa 7 Minuten Verspätung ging es auf die Strecke. Die ersten 5 Kilometer waren neutralisiert und wurden auf der Strasse bewältigt. Das Tempo dieses neutralisierten Starts lag deutlich über 40km/h so das von neutralisiert nichts zu merken war. Schon hier vielen viele Fahrer zurück. Zusammen mit einer großen Gruppen ging es in den ersten aber auch steilsten Anstieg der Strecke. Hier ging es über einige Hundert Meter Bergan. Links und rechts von mir krachten die Schaltungen da alle von dem großen Gängen der Straßenpassage in die kleinsten verfügbaren Gänge schalteten. Langsam schob sich die Schlange von Fahrern den Berg hinauf. Ich war wie geplant mir Torsten gemeinsam in einer großen Gruppe unterwegs, auch die beiden führenden Frauen Schwing und Morath waren mit in dieser Gruppe unterwegs. Das Tempo war sehr hoch, und die Strecke war mit ihren Anstiegen schwerer als die Zahlen verrieten, dafür waren die technischen Passagen nicht zu schwer. In dieser Gruppe hetzten wir nun über den Kurs. Bei der ersten Zieldurchfahrt, blickte ich kurz auf meinen Pulsmesser, ein Durchschnitt von 185 verriet wie schnell das Rennen war. Auf einer flachen Passage hörte ich von Katrin Schwing nur ein „scheiß tempo“, damit traf sie ganz gut was ich dachte. Auf den ersten Kilometern der zweiten Runde ging das Tempo etwas zurück, offensichtlich war ich nicht der Einzige der das Tempo sehr hoch fand. In dem nächsten Anstieg teilte sich die Gruppe. Auch die beiden führenden Frauen teilten sich. Ich war mit einigen anderen Fahrern und der Morath in der vorderen Gruppe unterwegs, Torsten viel mit dem Rest der Gruppe zurück. Ich machte weiter Tempo damit wir uns absetzen konnten.

In einer schnellen Schotterabfahrt, war ich fast zu schnell unterwegs, gemeinsam mit den anderen der Gruppe ging mir in der Kurve fast der weg aus. Aus dieser Abfahrt heraus ging es direkt in den steilen Anstieg, hier waren wir in der Einführungsrunde auf die Strecke gegangen. In den ersten Metern hörte ich ein leises Zischen von meinem Hinterrad, und genau das war es. In der letzten Abfahrt hatte ich mir einen sehr großen Stein in mein Hinterrad gefahren, und dieser hatte meinen schönen neuen UST Reifen durchschlagen. Ich fuhr noch solange weiter den Berg hinauf, bis der Reifen fast Platt war. Dann begann ich mit dem einziehen des Schlauches. Ich hatte natürlich wie immer keine CO2 Patrone dabei. Torsten überholte mich recht schnell, und frage kurz ob ich alles habe. Ich brauchte etwa 10 Minuten bis ich wieder auf die Strecke gehen konnte. Es waren jetzt noch 55 km zu fahren. Wie uns die Zwischenzeiten hinterher verraten haben lag Chriz zu diesem Zeitpunkt noch knapp 2 Minuten hinter mir, er hätte mich also fast sehen müssen.

Für mich war die Ruhe im Rennen, jetzt wo ich gehofft habe das sie endlich beginnt, zu Ende. Ab Jetzt war nur noch aufholen angesagt. Ich hoffte das ich Torsten bis zum Ende des Rennen wieder einholen kann. Ich fuhr jetzt von Fahrer zu Fahrer weiter nach vorne. Ich versuchte mich an keinen Fahrer anzuhängen, da ich ja wußte das sie alle schon 10 Minuten auf mich verloren haben, und ich auf keine fall ins trödeln kommen wollte. So Arbeitet ich mich nach und nach von einem Fahrer zu anderen, immer den Blick nach vorne um das nächste Opfer zu finden. Einige Kilometer nach meinem Platten passierte ich die nächste Verpflegungsstation. Diese Lag auf einer kleinen Straßenpassage, kurz hinter dieser Passage überholten mich die beiden Führenden von der Kurzstrecke. In bester Paarzeitfahr Art zogen die beiden Cube Fahrer an mir vorbei. Ich hatte nur wenige Hundert Meter die Chance dort mitzufahren. Die weitern Kilometer verliefen sehr einsam. Ich fuhr mein eigenes Tempo und orientierte mich so wenig wie möglich an den anderen Fahrer. Ich war nun durchgehend fast am Limit unterwegs. Etwa bei Kilometer 70 wurde es dann deutlich schwerer mit dem Überholen., Ich hatte jetzt schon einige Fahrer meine anfänglichen Gruppe eingeholt, und war nun mit dem einen oder anderen gemeinsam unterwegs. Bergan versucht ich immer wieder meine Mitfahrer abzuschütteln. In den letzten Anstieg hinein versuchte ich dann noch ein mal alles. Ich konnte die Fahrer noch abschütteln, war aber einige male kurz davor einen Krampf zu bekommen. In der letzten Abfahrt ließ ich es dann nur noch laufen. Ich wollte so schnell wie möglich ins Ziel kommen.

Nach 4:31 erreichte ich den 48. Gesamtplatz und Platz 32 in der Herrenklasse. Darüber hinaus wurde ich 17. in der Hochschul-Lizenz Klasse. Im Ziel traf ich auf Torsten der nur 3 Minuten vor mir ins Ziel gekommen ist. Mit einer CO2 Patrone hätte ich ihn noch kriegen können. Dies war wohl der letzte Marathon bei dem ich keine dabei hatte. Ohne meine Platten wäre ich wohl etwa 5 Plätze besser gewesen. Chriz erreicht das Ziel 17 Minuten hinter mir, und hatte so meine Vorgabe „unter einer halben stunde hinter mir anzukommen“ locker geschafft, auch ohne meinen Platten hätte es gereicht. Anke wurde 3. Insgesamt und darüber hinaus auch noch Hochschulmeisterin. Dafür noch mal Glückwunsch!!

Ich war froh mich morgens für die kurzen Klamotten entschieden zu haben den das Wetter ist noch sehr schön geworden. Nachdem ich das ganze Jahr fast defektfrei unterwegs war, war es fast zu erwarten das es mich heute erwischt.

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