Eigentlich wollte ich bereits letzte Woche in die Marathonsaison starten. Leider fiel meine Mitfahrgelegenheit aus und alleine wollte ich mich nicht 900km ins Auto setzen. Da der SKS-Marathon schon 6 Tage später stattfinden sollte, fiel die Entscheidung auf die Kellerwald Marathon zu verzichten nicht schwer. Im Nachhinein hatte ich mich dann gefreut nicht bei dem Matsch fahren zu müssen…….zu früh gefreut.

Ich hatte die ganze Woche über die Wettervorhersagen für Sundern beobachtet. Es war seit Tagen trocken in der Gegend und auch für das Wochenende war gutes Wetter gemeldet. Bei der guten Vorhersage hab ich die Trockenreifen aus Südafrika dann direkt auf dem Rad gelassen. Dies war dann aber ein entscheidener Fehler, denn es hat die ganze Nacht vor dem Rennen geregnet. Die Strecke war zwar technisch einfach, aber nun mit einer mehrere Zentimeter dicken Schlammschicht überzogen.

Nach dem Start ging es eininge Kilometer auf der Landstrasse entland. Ich konnte mich hier gut Positionieren und bog mit der recht großen Führungsgruppe in den ersten Wald ab. Hier wurde mir dann bewußt wie schlecht meine Reifenwahl war. Ich hatte in der ersten Abfahrt kaum Kontrolle über mein Rad. Ich konnte nur irgendwie versuchen das Rad in der Spur zu halten und die erste Abfahrt sturzfrei zu überstehen.


Nach dem ersten Schrecken ging es direkt in einen Anstieg. Bergauf hatte ich deutlich weniger Probleme und fand schon nach wenigen Kilometern in meinen Rhythmus. Ich fuhr mein Tempo und versuchte mich nicht so sehr von den anderen Fahrern beeinflussen zu lassen. In den Abfahrten verlor ich aber immer wieder Zeit, denn die schnellen langgezogenen Schotterstrassen waren in den Kurven sehr schmierig.

Nach knapp 2:20h bog ich zusammen mit einer Gruppe Holländer in die zweite Runde ab. Man konnte der Strecke jetzt deutlich ansehen, dass nun 1000 weitere Fahrere hier durchgefahren sind. Auch die flacheren Waldwege waren nun komplett aufgeweicht und kostet viel Kraft beim fahren. Bergauf konnte ich mich immer wieder von der Gruppe absetzen, aber in den Abfahrten konnte ich den Vorsprung einfach nicht halten. Dieses Spiel wiederholte sich fast die ganze Zweite Runde. Etwa eine Stunde vor dem Ziel bekam ich dann auch noch Probleme mit dem Freilauf. Die Kassette wurde immer wieder mitgezogen und schmiss die Kette zwischen Rahmen und Reifen. Dies macht sich dann durch kräftiges Bremsen und viel Lärm bemerktbar. Um dies zu verhindern musste ich möglichst viel Spannung auf die Kette bringen, ich wechselte also vor technischen Passagen immer auf „Groß-Groß“. Damit konnte ich dann zwar im freilauf dahin rollen, treten konnte man damit aber nicht vernünftig. Durch dieses Problem in Verbindung mit einer kurzzeitig kräftig verklemmten Kette drehte sich dann das Spiel mit der Gruppe um. Jetzt brauchte ich jeden Berg um wieder zu der Gruppe aufzuschließen und sie fuhren mit Bergab davon.

Da der Marathon mit einer Abfahrt endete war klar wie das ganze ausgeht. Ich wurde mit einigen Sekunden letzter in dieser Gruppe. Insgesamt lag ich damit auf Platz 30 und war 13. bei den Herren.

Insgesamt bin ich aber zufrieden mit der Verlauf des Marathons. Mir war wichtig zu sehen wo ich nach dem Cape Epic stehe. Die Beine fühlten sie die ganzen 4,5h gut an, auch wenn die letzte Stunde wirklich schmerzhaft war. Hieran muss ich mich wohl erst wieder gewöhnen, bei dem Etappenrennen fährt ja nicht so lange im roten Bereich. Ein paar Minuten schneller wäre ich schon gerne gewesen, aber ich kann mir ja einreden, dass es nur am Reifen gelegen hat :)

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