So. Gestern war es dann soweit. Beim Stevens Cyclocrosscup in Neumünster habe ich meine Cross-Premiere gefeiert. Also wieder viel zu früh aufgestanden und ab in den Wald, wo ich dann so gute zwei Stunden vor meinem Start auch angekommen bin.

Die Strecke war augenscheinlich recht flach und machte einen schnellen Eindruck – nicht unbedingt das, was meinen knapp 100 Rennradkilometern in diesem Jahr entgegenkommt. Mein Plan für das Rennen war also, dass ich mal ganz gemütlich mitrolle und mir das Ganze erstmal ansehe. Irgendwann trafen dann auch einige bekannte Gesichter im Wald ein, von denen Chriz sicherlich die größte Enttäuschung darstellte, war er doch angeblich krank und führte statt des standesgemäßen Crossers eine Team Schmodder Flagge mit sich, deren Bedienung er noch nicht ganz beherrschte.

Nach einer knappen halben Stunde Warmfahren fand ich mich dann in der Nähe des Starts ein und wartete, bis ein reichlich hektischer Felix neben mir auftauchte und mir bedeutete, dass ich mich doch gefälligst mal einreihen möge, die ersten 4 Reihen seien schon besetzt.

Da, wo ich den Start vermutete war allerdings keine Menschenseele zu sehen, also mal schnell nach recht geguckt und tatsächlich, da war es schon deutlich voller. Also schnell noch reingedrängelt und einen Platz äußerst rechts in der 3 ½ Reihe gefunden.

2 Pfiffe und die Meute hetzte los in Richtung der ersten Kurve. Der Plan mit dem locker mitrollen hatte keine Chance und blieb auf der Startlinie zurück. Ich holte mir 2-3 Leute und hielt mich weiterhin rechts, um in der Innenposition zwischen dem begrenzenden Baum und dem Rest des Feldes in die Kurve zu schießen. Den Plan hatte allerdings auch der Kollege auf dem Mountainbike, der auf den letzten Metern noch an mir vorbeifuhr, die Kurve aber nicht ganz so sauber erwischte und mir daher ein schön großes Loch im Fahrerfeld generierte, das ich dann auch nutzte. So ging es dann schön hintereinander in den Wald, das Ganze noch recht unruhig und vor allem ungleichmäßig. Nach einer halben Runde wurde dann bestätigt, was ich im Vorfeld schon vermutet hatte. Mein Trainingsstand reicht definitiv nicht aus, die anderen auf den geraden und schnellen Stücken zu überholen, fahrtechnisch war da aber ein gewisser Vorsprung zu erkennen, so dass ich ab sofort in den Kurven mein Glück suchte und zum Teil auch fand. Durch konsequent spätes Bremsen und leichtes Reindrängeln in die Innenkurve konnte ich dann auf den ersten 3 Runden noch den ein oder anderen Fahrer einsacken, ohne dass ich selbst noch überholt wurde.

Nach vorne war erstmal nichts mehr zu sehen, hinter mir auch schon eine kleine Lücke, und so fuhr ich mit Timo aus Büdelsdorf die nächsten zwei Runden durch den Wald, auch hier das alte Spielchen: auf den Gerade keine Chance, dafür waren die Kurven nicht so seine Stärke. In der sechsten Runde glaubte ich bei meinem Begleiter eine Schwächephase zu erkennen, war er doch in den letzten Minuten deutlich langsamer geworden und die Gruppe hinter uns schien ein wenig dichter herangekommen zu sein. Also in der Schlammpassage einmal kurz antreten und vorbei, dann weiter Vollgas durch einen Teil der Strecke, der mit einigen engen Kurven aufwarten konnte. Vor der Linkskurve in den „Anstieg“ (naja, so ca. 2 Höhenmeter…) mal kurz umgedreht und eine deutliche Lücke erkannt. Schönes Ding, nach hinten schien mir das erstmal sicher, zumal jetzt andere Leute vor den Kurven ausgebremst wurden :D

Dafür tat sich nach vorne nun eine nicht unüberwindbare Lücke zu den nächsten beiden Fahrern auf, die ich dann auch im letzten Waldstück vor den Hürden zufahren konnte. Überhaupt waren die beiden Bretterhindernisse die einzige Notwendigkeit, den Sattel mal kurz zu verlassen. Sicherlich bei mir noch nicht formvollendet, aber immerhin schon einigermaßen schnell…

Leider wurde ich auf dem kurzen Straßenstück im Zielbereich noch von dem einen gerade überholten Fahrer wieder eingesammelt, und so ging es dann in die letzte Runde, immer schön hinterher auf den Gerade und fluchend vor den Kurven, weil…naja, das alte Spielchen. Den letzten kurzen Anstieg nach den Hindernissen habe ich dann aber doch noch genutzt, um mich zu revanchieren, vorbei und schnell in die letzte Kurve, dann nochmal aus dem Sattel und den knappen Vorsprung ins Ziel verteidigt.

Insgesamt Platz 10 von 16 Hobbyfahrern in meiner Alterklasse, damit lässt sich einigermaßen leben denke ich.

 

Fazit: Crossen macht tierisch viel Spaß und wird sicherlich zu meiner vorrangigen Winterbetätigung…mit ein wenig mehr Training ist da sicher auch noch mehr drin. Wir sehen uns dann in zwei Wochen im Viehburger Gehölz.

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