Archiv für April 2013

Also, es war einmal….. eine super Tour die nach einer Wiederholung schreit… Vielen Dank dafür.

Soweit das Abstract für alle diejenigen, die nicht soviel Zeit haben. :)

Das größte Problem war wie schon im voraus vermutet Sonntag morgens um sieben am Treff zu sein. Als das erstmal geschafft war ging es dann über Rumohr in relativ gerader Richtung nach Hohenweststedt, wo wir uns an einer Tanke den wohlverdienten Kaffee abholten. Anschließend, nun deutlich wacher, löste sich dann endlich auch langsam das Schweregefühl der Beine auf, was mich zuvor etwas noch an ein erfolgreiches Gelingen der Tour hat Zweifeln lassen. Nach dem durchqueren von Hohenweststedt bogen wir langsam Richtung Norden um, wodurch wir von nun an vorerst in den Genuss des schwachen bis mäßigen SE- Windes kamen, welcher uns stetig vorantrieb. Erkannten dabei allerdings auch gleich den Teufel im Detail, dass wir ja leider irgendwann früher oder später auch wieder zurück gen Kiel müssen und sich währenddessen der Wind vermutlich nicht dreht.

Den Kanal querten wir bei Oldenbüttel, allerdings erst nachdem ich die vermutlich schlechtesten „Straßen“ Schleswig-Holsteins kennenlernen durfte. Man stelle sich einfach einfach einen flachen Feldweg vor, auf dem irgendjemand, möglicherweise der oben bereits genannte Teufel, zufällig ein paar Brocken Asphalt geworfen hat. Immerhin war eine etwa 50 cm breite Mittelspur relativ durchgängig fahrbar. Später wurde der Weg, welcher auf meiner openmtbmap übrigens nicht umsonst als track gekennzeichnet ist, dann doch wieder deutlich besser, da er vor der rohen Gewalt des Winters und vierrädriger Fahrräder durch eine dichte Fango-Packung gut geschützt wurde…

Insgesamt waren diese Stücke zum Glück aber nicht allzulang, wurden Pannenfrei durchquert und sollten sich als die einzigen schlimmen Stellen auf der Tour erweisen.

Weiter ging es dann östlich an Rendsburg vorbei, wo ich meine erste von drei zuvor geplanten Abkürzungsmöglichkeiten mangels schlechter Beine ungenutzt vorüberstreichen ließ.

Irgendwo, ich glaub es war in Kropp, sahen wir dann den Johann-Gedächnis-Flohmarkt, wodurch wir ins spekulieren kamen, wieviele Räder er wohl von diesem mitgenommen hätte… ;)

Bei Ellingstedt ließ ich dann auch die zweite Abkürzung südlich an der Schlei entlang ungenutzt vorüberziehen…Es rollte grad halt einfach so gut.

So kamen wir dann durch einen großen Windpark hindurch, welcher uns auch visuell verdeutlichte was vermutlich eine Ursache für das lockere Kurbeln sein könnte und nach ca. sechs brutto Stunden, einem 28er Nettoschnitt, womit sich Thies an das zuvor versprochene gemütliche Tempo gehalten hat, im Gegensatz zu einigen Dienstag-Touren die mir da grad so rein zufällig spontan in den Sinn kommen ;) und 145 km (von mir aus und inkl. der Fahrt vom Treff zur Route) in Jübek an, wo sich mir bei einem weiteren Kaffee die Fragen aller Fragen stellte… Soll ich oder soll ich nicht.

Obwohl ich nach dem Ostseeman vor einigen Jahren gerne mal wieder in Glücksburg vorbeigeschaut hätte und auch die Beine zu der Zeit noch vollkommen in Ordnung waren, habe ich mich nach langen hin und her überlegen dann doch lieber für die sicherere Version der dritten und letzte geplante Abbiegung entschieden, da ich bei der langen Strecke und jetzigem nicht vorhandenem Trainingszustand nie einschätzten konnte wann nun plötzlich der Mann mit dem Hammer vorbeikommen würde, zudem auch auf dem kompletten Rückweg Gegenwind zu erwarten war.

Da sich pünktlich nach Thies seiner und vor meiner Kaffeetasse die Kaffeemaschine leider dazu entschied nun leer zu sein und sich unsere Wege von nun an eh trennen sollte, haben wir uns schon in der Tanke verabschiedet und Thies ist vor mir losgefahren, was sich noch als entscheidener Vorteil erweisen sollte.

Nachdem auch meine Tasse alle war und ich dann zunächst direkt erstmal in die falsche Richtung losgefahren bin, um nach erkennen des Fehlers einige hundert Meter später direkt umzudrehen stand ich da nun wieder…

Was ich bisher noch nicht erwähnt habe ist, dass es in Jübek eine Bahnschranke gibt, welche vermutlich die Eigenschaft hat den einen Radler durchzulassen um dann erstmal Pause zu machen. Nachdem ich diese Schranke ne gefühlte halbe Stunde, real waren es wohl eher zehn Minuten, betrachten durfte komme ich hiermit langsam zu dem Schluss, dass es sich wahrscheinlich um die schönste aller Bahnschranken handeln muss, aber definitiv um eine der eitelsten, denn sonst würde sie nicht dafür sorgen das man sie erst 10 Jahre ansehen muss bis sie sich endlich entschließt irgendwann dann doch mal wieder hochzugehen.

So fuhr ich dann irgendwann Stunden später an der orginal-Abbiegung geradeaus, weiter an Schleswig vorbei und möglichst nah nördlich der Schlei entlang. Eine Schlei-Tour hatte ich ja eh schon lange auf meiner to-do-list, von daher passte das grad ganz gut. Zur Überquerung wählte ich dann die wiedermal hübsche Lindaunisbrücke, welche im Gegensatz zu dieser verdammten Schranke direkt eine grüne Ampelphase hatte. So gehört sich das!

Auf der anderen Schleiseite ging es dann wieder in südwestlicher Richtung zurück die Schlei entlang bis ich in Götheby wieder auf die Brevetstrecke traf. Insgesamt muss ich sagen, dass mich der Teich doch ein wenig enttäuscht hat, da ich zuvor gehofft und vermutet hatte ein wenig mehr vom Wasser zu sehen. Real war es dann quasi so gut wie nichts…

Ab Götheby ging es dann schnurstracks südwärts bis mir erst in Hummelfeld (@ Thies: Was stand da denn nun eigentlich auf dem Schild? Da standen grad so viele Leute rum, weshalb ich keine Lust hatte anzuhalten und es zu suchen… ) auf dem Rad bewusst, dass ich ja nur vier Kilometer von Ascheffel entfernt bin und das obwohl ich den Track im Vorfeld schon recht ausführlich, wie ich bis dato dachte, studiert hatte.

Mit dieser Erkenntnis stand natürlich direkt die Entscheidung fest, da musst du hin. Also „schnell“ durch Ober- und Unterhütten durch hin zum Aschberg, welchen ich etwa bei Kilometer 210 in Angriff nahm. Aber wer zum Teufel, nein diesmal meine ich einen anderen als eben, hat denn diesen eh nicht so großen Hügel so zugerichtet??? Damit das ab der Hälfte des Berges das „polymermodifizierte Bitumen (PmB 130 A mit einem Biegebalkenrheometerwert von 200)“ fehlt könnt ich zur Not ja noch leben, aber dann einfach die letzte Rampe mit nem Bauzaun zu versperren…. Ne also wirklich nicht. Das ist nicht nett! Der Berg ist doch eh schon so kurz…

Zurück durch die Hüttens durch hin zum Track folgte nun ein relativ normaler Ascheffel-Tour Rückweg. Am Wittensee vorbei, den Haby-Sprint-Hügel diesmal ganz gemütlich hoch, weiter Richtung Sehestedt. Statt wie normal nach Holtsee und Goosefeld abzubiegen, ging es diesmal wieder über den Kanal um in Bovenau eine letzte kurze Rast einzulegen. Das Verlangen nach Waffeln, Snickers und Kakao wurde langsam einfach zu groß und die sich immer langsamer drehenden Beine konnten auch nicht mehr ignoriert werden…

Frisch gestärkt ging es weiter am Westensee vorbei, noch schnell den Westenseeberg mitgenommen (wollte einfach wissen wie sich dieser nach 240-245 km anfühlt. :D ), wieder runter wo mich das schmerzhafteste Stück der Tour erwartete. Einmal das komplette Westenssee-Kopfsteinpflaster mit Tempo 36 bitte… Danach waren wenigstens alle Muskeln wieder locker und der Kopf auch wieder wach… ;)

Weiter unten am See vorbei und in Schierensee von der Orginalstrecke abgewichen um meinen Lieblings Standard-Westenseerückweg zu fahren.

Zurück in Kiel noch eben einmal das Viehburger umrundet um krumme Zahlen zu glätten (sowas ist ja normal nicht mein Ding, aber wenn ich jetzt schon Ausnahmsweise mal so eine lange Strecke fahre will ich nicht mit 269,375 km nach Hause kommen… ;) ) war ich pünktlich um 19 Uhr mit insgesamt 275 km in der Tasche wieder zu Hause. Den Halbzeitschnitt habe ich leider auch nicht halten können, hat sich aber netto ähnlich wie bei Thies auf gemütliche 26,75 km/h eingependelt.

Insgesamt war es eine coole Runde mit, abgesehen von einem kurzen Schauer bei Sehestedt, schönem Frühlingswetter. Habe sie auch deutlich besser überstanden als ich zuvor je vermutet hätte, allerdings gabs Montag dann doch ein wenig schwere Beine.

Im Nachhinein hätte ich aber doch noch den Schlenker über Glücksburg mitnehmen sollen. Die 40-50 km Unterschied hätten den Kohl wahrscheinlich nicht mehr fett gemacht, aber hinterher ist man ja immer schlauer… Gibt so wenigstens einen Anreiz die Tour irgendwann nocheinmal zu fahren. :)

Lukas

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